12. bis 19. Sept. 2017 Chicago / Washington DC

12. bis 19. September 2017

Kunstreise: Chicago und Washington DC

 

Die amerikanische Metropole im Mittleren Westen hat Architekturgeschichte geschrieben: Nach einem verheerenden Stadtbrand von 1871 entstand in Chicago eine völlig neue Generation von Häusern, die auf der Grundlage des Stahlskelettbaus das Bauen revolutionierte. Seither wachsen die Häuser in den Himmel und gehören die Architekten der "Schule von Chicago“ dem Olymp der Baukunst an: Louis Sullivan, Frank Lloyd Wright und Mies van der Rohe haben aus der Stadt am Michi-gan See ein Mekka moderner Kunst gemacht. Dank des „Illinois and Michigan“ Kanals entwickelte sich Chicago seit 1848 von einer bescheidenen Blockhaussiedlung zu einer pulsierenden Millionenstadt, die auch bald kulturell mit den etablierten Ostküstenstädten gleichziehen wollte. 1893 wurde eine Weltausstellung im „Paris der Prärie“ organisiert, für die weitsichtige Stadtplaner das brachliegende Hafengelände in einen großzügigen Park verwandelten und den Grundstein für die heutige Kulturlandschaft legten.

Chicagos große Museen entstanden zu dieser Zeit. Im vergangenen Jahrhundert waren es vor allem soziale Konflikte, die Auswüchse des organisierten Verbrechens während der Prohibition und die Entwicklung von Jazz und Blues, die Chicago berühmt machten.

 

Unser geplanter Reiseverlauf im Überblick:

 

Dienstag, 12. September 2017

Bustransfer von Saarbrücken und Homburg nach Frankfurt. Linienflug mit United Airlines nach Chicago. Bustransfer vom internationalen O'Hare Flughafen, der 1963 vom Architekturbüro des deutschstämmigen Architekten Helmut Jahn entworfen und seither von seinem Büro immer wieder ausgebaut wurde. Auf dem Weg zum Hotel steigen wir am Sears Tower aus und werden zur 103. Etage hochfahren. Von hier oben genießt man einen fantastischen Rundblick! Aus dieser Höhe erschließt sich die Struktur der Stadt bestens: ihre Lage am Ufer des Lake Michigan, der schachbrettartige Grundriss des Stadtzentrums, die beeindruckenden Hochhäuser im Kern des historischen Stadtzentrums. Der Sears Tower ist Chicagos höchstes Gebäude und gilt noch immer bzw. wieder als eines der höchsten der Welt. Der 442 Meter hohe Turm aus dem Jahr 1974 ist ein Entwurf des Chicagoer Architekturbüros Skidmore, Owings and Merrill. Nach dem wir uns einen ersten Eindruck verschafft haben, fahren wir zu unserem Hotel im Stadtzentrum. Zimmerbezug.

 

Mittwoch, 13. September 2017

Im Laufe des Vormittags werden wir die drittgrößte Stadt der USA während einer Busrundfahrt kennenlernen, die zunächst durch den historischen Stadtkern, den Loop, führen wird und auch die etwas weiter gelegenen Bezirke mit einbezieht. Seinen Namen erhielt der Loop von den Hochbahnschienen, die den geschäftigen Stadtkern umrunden. In diesem Areal, das gerade mal sieben Häuserblocks in der Länge und fünf in der Breite misst, hatte der Großbrand von 1871 gewütet, der fast 100.000 Menschen obdachlos gemacht und über 300 Menschenleben gefordert hatte. Eine der Konsequenzen, die die Stadtverwaltung aus dieser Katastrophe zog, war das ausdrückliche Verbot von Holzbauten in der Innenstadt. Zeitgleich hatten eine Reihe bautechnischer Entwicklungen ihre Einsatzreife erreicht (feuergeschützter Stahlskelettbau, verbesserte Gründungsmöglichkeiten und der Sicherheitsfahrstuhl), womit sich beim Wiederaufbau Chicagos die Möglichkeit bot, sie auf breiter Front einzusetzen. Außerdem kamen neue Materialien zum Einsatz: Terrakotta und Gusseisen, wobei Stahlbeton relativ rasch das Gusseisen ersetzte. Der Einsatz von Terrakotta gewann im dekorativen Bereich der Fassadengestaltung große Bedeutung. William Le Baron Jenney entwarf den ersten Wolkenkratzer der Welt mit einem Stahlskelett, das neunstöckige Home Insurance Building von 1884. Wolkenkratzer sind der frühe Beitrag der USA zur Weltarchitektur. Zwischen 1886 und 1930 entstanden hier zahlreiche Wolkenkratzer, wie The Rookery, das Chicago Board of Trade, das Marquette Building, das Monadnock Building, das Fine Arts Building oder das Auditorium Building, die Architekturgeschichte geschrie-ben haben.

Nach einer kurzen Lunch-Pause besichtigen wir am Nachmittag das Art Institute of Chicago. Das 1879 gegründete Museum gilt als eines der besten amerikanischen Kunstmuseen. Innerhalb der europäischen Malerei genießt die hervorragende Impressionisten-Sammlung eine große Reputation. Weitere Sammlungsschwerpunkte bilden die Amerikanische Kunst (u.a. Edward Hopper) und die Kunst des 20. Jahrhunderts. Herausragend sind zudem die Exponate der Ostasien-Abteilung. Zur Jahrtausendwende wurde in direkter Nachbarschaft des Museums der Grant Park nach Norden hin erweitert: einen ehemaligen Rangierbahnhof verwandelte man in ein spektakuläres Parkgelände. Kernstück des weitläufigen Milleniumparks ist der Jay-Pritzker-Musikpavillon, den Frank O. Gehry entworfen hat. Wie auch im Loop finden sich hier markante Großplastiken im öffentlichen Raum. Der Grant Park, die historische grüne Lunge der Stadt bildet das Zentrum eines 37 Kilometer langen Grüngürtels, der sich am Ufer des Lake Michigan quer durch die Stadt erstreckt. Die Parklandschaft wurde nach dem Großen Brand von 1871 aus den enormen Massen an Bauschutt gestaltet. Die Landschaftsarchitekten von Olmsted Brothers legten ihn in einem streng symmetrischen französischen Stil nach dem Vorbild der Gärten von Versailles an. In dem 1901 nach dem 18. Präsidenten der USA, Ulyses S. Grant, umbenannten Park fand ein knappes Jahrzehnt zuvor die große Weltausstellung statt.

 

Donnerstag, 14. September 2017

Frank Lloyd Wright zählt zu den einflussreichsten amerikanischen Architekten. Der 1867 im ländlichen Wisconsin aufgewachsene Baumeister hatte nach einem abgebrochenen Architekturstudium und der Mitarbeit in zwei Chicagoer Büros, u.a bei Louis Sullivan, 1893 ein eigenes Büro in Oak Park gegründet. Hier entwickelte er einen eigenständigen Baustil, der stark von Sullivan beeinflusst wurde und zu organisch gestalteten Bauten führte, die sich harmonisch in die umliegende Landschaft einbetten. Frank Lloyd Wright wollte eine unabhängige Architektur des neuen Kontinents etablieren. Seine Prairie Houses sollten Ausdruck des amerikanischen Geistes von Demokratie, Pioniergeist und Zusammenhalt sein. Das wichtigste Element seiner Hausbauten war die Feuerstelle als Treffpunkt der Gemeinschaft, um die herum sich das Gebäude entwickelt. In Oak Park, einem Villenvorort südwestlich des Stadtzentrums, ist sein Werk wie in einem Freilichtmuseum zu bewundern: 1889 hat er sich hier sein Atelier und privates Wohnhaus errichtet, dem eine komplette Siedlung mit luxuriösen Einfamilienhäusern folgten. Nach der Besichtigung des restaurierten und vollständig möblierten Frank Lloyd Wright Home & Studio werden wir durch Oak Park spazieren und anhand seiner dort realisierten Wohnhäuser die Entwicklung seines Baustils aufzeigen. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Interessant ist sicher ein Bummel über die Magnificent Mile, Chicagos glamouröses Einkaufsviertel auf der Michigan Avenue nördlich des Chicago Rivers. Die durch den Stadtbrand fast völlig zerstörte Michigan Avenue war im frühen 20. Jahrhundert wieder eine wichtige Verkehrsader und stieg nach der Eröffnung der Michigan Avenue Bridge sehr schnell zur eleganten Shopping Meile auf. Exklusive Läden säumen den breiten Boulevard, an dem sich gleichermaßen moderne Einkaufszentren, Wolkenkratzer und historische Bauwerke aneinanderreihen.

 

Freitag, 15. September 2017

Auf dem Gelände der Chicago University werden wir nochmals einem beutenden Werk von Frank Llyod Wright begegnen. Hier errichtete er für den Fahrradhersteller Frederick Robie 1910 ein Wohnhaus, das den Stil seiner Prärie-Häuser in Vollendung verkörpert. Nach der Besichtigung des Hauses werden wir uns das Campus-Gelände der renommierten Universität ansehen. Sie wurde 1890 gegründet und öffnete bereits zwei Jahre später ihre Tore: Schwarze und Weiße, Männer und Frauen hatten gleichberechtigt Zugang. Die Chicagoer Universität hat die größte Anzahl an Nobelpreisträgern aller US-Universitäten hervorgebracht. Auf dem Universitätsgelände besuchen wir das Smart Museum of Art, das nach den Gründern des Esquire Magazines, David und Alfred Smart, benannt wurde. Schwerpunkte der Sammlung sind asiatische Kunst und Werke der der Nachkriegskunst.

Am Nachmittag besuchen wir das Museum of Contemporary Art (MCA), das nördlich des Loops an der Chicago Avenue liegt. Das 1967 gegründete Museum geht auf einen Entwurf des Berliner Architekten Josef Paul Kleihues zurück. Es war sein erstes Bauprojekt in den USA. Die umfangreichen Sammlungen des Museums enthalten Werke international bedeutender Künstler wie Andy Warhol, René Margritte, Alexander Calder oder Cindy Sherman. Zum Haus gehört u.a. auch ein eindrucksvoller Skulpturengarten.

 

Samstag, 16. September 2017

Nach dem Frühstück verlassen wir das Hotel und fahren zurück zum Flughafen. Von hier aus geht es mit einem Linienflug nach Washington DC, wo wir am frühen Nachmittag ankommen. Auch hier bringt uns wieder ein Bus ins Stadtzentrum und wir nutzen die Zeit zu einer ausführlichen Stadtrundfahrt. Washington DC ist eine vergleichsweise junge Stadt; ihre Gründung erfolgt auf Veranlassung des Kongresses im Jahr 1790. Ein Jahr später legt der Architekt Pierre Charles l'Enfant einen idealtypischen Entwurf für die neu zu gründende Hauptstadt vor, in dem das Kapitol das Zentrum einnimmt: Von hier aus werden die Straßen durchnummeriert; auf diesen Punkt hin werden Sichtachsen angelegt. In der ansonsten niedrig bebauten Stadt ragen die öffentlichen Bauten umso höher heraus. Vom Kapitol aus zieht sich die National Mall nach Westen bis zum Potomac River und findet ihren Abschluss mit dem Lincoln Memorial. Dazwischen liegen die wich-tigsten Denkmäler und Museen der Stadt. Etwas nach Norden abgerückt an der Pennsylvania Avenue liegt das politische Machtzentrum der USA, das Weiße Haus. Während die National Gallery of Art und die zahllosen Museen, die zur Smithonian Institution gehören, die Mall nach Norden und Süden begrenzen, liegen die Ministerien und politischen Institutionen quasi erst in der zweiten Reihe an der Constitution Avenue und der Independance Avenue. Washington DC gehört mit seinen klassizistischen und historisierenden Bauten im Umfeld der Mall sicherlich zu den eindrucksvollsten Städten der Welt. Einen völlig anderen Charakter vermittelt das elegante Stadtviertel Georgetown mit seinen gepflegten Backsteinhäusern, schicken Cafés und eleganten Boutiquen. Am späten Nachmittag Zimmerbezug im Hotel.

 

Sonntag, 17. September 2017

Nach einem Spaziergang zum Lincoln Memorial und dem Vietnam Veterans Memorial spazieren wir hinüber zum Washington Monument, dem 169 Meter hohen Obelisken am Schnittpunkt der beiden Sichtachsen vom Weißen Haus zum Jefferson Memorial sowie vom US Congress zum Lincoln Memorial. Schräg gegenüber liegt das National Museum of American Art und die National Portrait Gallery, die beide zum Smithsonian gehören. Sie nehmen die Kunst des Landes in ihren Fokus, einmal indem sie über die Porträts den Menschen nochmals ein Gesicht geben und die Geschichte der USA aus sehr unterschiedlichen Perspektiven zeigen. Im Museum of American Art werden sowohl Volkskunst als auch die Werke amerikanischer Künstler ausgestellt. Nachmittags erwartet uns in der Phillips Collection eines der bedeutenden Kunstmuseen Washingtons. Es liegt in der Nähe des Dupont Circles, einer der großen Platzanlagen, die dem gitterförmigen Straßenraster übergestülpt wurden. Untereinander sind sie durch breite Avenuen miteinander verbunden und ermöglichen weite Blickachsen im Stadtbild. Die Phillips Collection ist Amerikas ältestes Museum für moderne Kunst. Sie existiert seit 1921, wie so häufig zunächst als eine private Initiative in einem eher unauffälligen Stadthaus: Duncan Philipps machte seine Sammlung zeitgenössischer Kunst der Öffentlichkeit zugänglich. Gemeinsam mit seiner Frau, der Malerin Marjorie Acker, trugen beide eine einzigartige Sammlung überwiegend im-pressionistischer und postimpressionistischer Bilder zusammen, die um Spitzenwerke älterer Künstler er-gänzt wurde. Die zeitgenössische Kunst hatte von Anfang an ihren festen Platz in dem Haus, das zu den bedeutenden der USA gehört.

 

Montag, 18. September 2017

Das Beste zum Schluss: wir werden uns viel Zeit für den Besuch der National Gallery of Art lassen, die erst 1937 auf Beschluss des Kongresses gebaut wurde, um die Kunstsammlung von Andrew W. Mellon angemessen präsentieren zu können. Mellon gehörte zum amerikanischen Geldadel und der Bankier aus Pittsburgh galt als einer der reichsten Männer der USA. Unter Präsident Hoover bekleidete er das Amt des Finanzministers. Seine erlesene Kunstsammlung erregt Aufsehen in Washington. Gemeinsam mit dem britischen Kunsthändler Joseph Duveen trägt er eine hochkarätige Kunstsammlung zusammen. Sein erklärtes Ziel ist ein Museum in Washington, das dem Vorbild der Londoner National Gallery ebenbürtig ist. Dieses Ziel verfolgt er mit Bedacht und so kann er den Grundstock zu dem Museum mit seiner Schenkung von 125 Spitzenwerken legen, zu der außerdem das Grundstück, der Museumsbau und eine finanziell bestens ausgestattete Stiftung zählen. Ergänzt wird die Sammlung sehr bald durch weitere hochkarätige Stiftungen: Samuel H. Kress, Joseph Widener, Chester Dale und Lessing Rosenwald bereichern die National Gallery um einzigartige Kunstwerke. Die Kinder Mellons treten in die Fußstapfen ihres Vaters und ermöglichen den Neubau des East Wings, der von I. M. Pei 1978 errichtet wurde. Was den Besucher hier an Kunst erwartet, ist exquisit und die Sammlung spannt den Bogen auf höchstem Niveau von der Alten Kunst bis in die Gegenwart.

Nach dem Museumsbesuch bleibt noch genügend Zeit, sich die amerikanische Hauptstadt nach Lust und Laune anzusehen. Erst am Abend geht es zum Flughafen, wo unsere Maschine von United Airlines in Richtung Europa abhebt.

 

Dienstag, 19. September 2017

Am späten Vormittag landen wir in Frankfurt und von dort bringt uns ein Bus zurück nach Homburg und Saarbrücken.

****Änderungen vorbehalten****

 

Reiseleitung: Karl Meiser

Reisebegleitung: Dr. Elke Schwarz

 

 

Unsere Leistungen

- Flughafentransfer von Saarbrücken und Homburg zum Flughafen nach Frankfurt/Main und zurück

- Flüge mit United Airlines in der Economy Klasse von Frankfurt nach Chicago am 12. September 2017 (UA 906, 12.45-15.20 Uhr), und zurück von Washington nach Frankfurt am 18. September 2017 (UA 932, 22.10- 12.10 Uhr; Ankunft am 19. Sept.);

- Flug mit UA von Chicago nach Washington DC am 16. September 2017 (UA 795, 10.40-13.20 Uhr) 

- alle Steuern und Sicherheitsgebühren, 23 kg Freigepäck pro Person

- 4 Übernachtungen in einem guten 4****-Hotel im Zentrum von Chicago

- 2 Übernachtungen in einem guten 4****-Hotel im Zentrum von Washington

- Frühstück

- alle Rundfahrten und Führungen vor Ort laut Programm

- alle Eintrittsgelder laut Programm

 

Nicht eingeschlossen sind alle nicht ausdrücklich so bezeichneten Leistungen; Reiserücktrittskostenversicherung, weitere Mahlzeiten, Getränke sowie alle übrigen Ausgaben privater Natur und Nebenkosten im Hotel (Telefon etc).

 

Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen; Anmeldebestätigung erfolgt nach Erreichen der Mindestteilnehmerzahl

 

Reisepreis:

3.980,00 Euro pro Person im Doppelzimmer

   570,00 Euro Einzelzimmerzuschlag 

(Sollten noch zusätzliche Plätze frei sein, können auch Nichtmitglieder teilnehmen. Aufschlag: 50,00 Euro pro Person)

 

 

Anmeldeschluss:

15. Mai 2017

 

Es gelten die allgemeinen Reise- und Zahlungsbedingungen der Firma "König & Meiser Kulturreisen", Saarbrücken, sowie bei Abweichung die Bedingungen der Leistungsträger. Änderungen durch die Leistungsträger vorbehalten.

Anmeldung



Wenn Sie sich für eine Reise mit Übernachtung angemeldet haben, geben Sie bitte im Feld "Anmerkungen" an, ob Sie ein Doppelzimmer (DZ) oder Einzelzimmer (EZ) wünschen, und ob Sie eine Reiserücktrittskostenversicherung (RRKV) benötigen.