18.01.12 James Ensor

Exklusive Führung mit Dr. Roland Augustin und Dr. Minoti Paul

"James Ensor - Sterben für die Unsterblichkeit", Meisterwerke der Grafik

Mittwoch, 18. Januar 2012, 19 Uhr

 

Die Ausstellung "James Ensor - Sterben für die Unsterblichkeit", Meisterwerke der Grafik, aus den Beständen der Grafischen Sammlung des Saarlandmuseums, besuchten die Mitglieder mit einer exklusiven Sonderführung am Mittwoch, dem 18. Januar 2012.

 

Kurator Dr. Roland Augustin und Dr. Minoti Paul begleiteten zwei Gruppen durch die Ausstellung.

 

 

 

Der Belgier James Ensor (1860-1949) zählt zu den großen Künstlerpersönlichkeiten in der Geschichte der modernen Kunst. Seine radikale Modernität ist aber nicht die Folge eines neu geschaffenen formalen Stils. Vielmehr zeichnen sich seine Arbeiten durch Themen aus, die auch heute noch verwundern und schockieren können. Seine Bilder maskierter Menschenmassen, die sich dem Betrachter entgegendrängen, sind angefüllt mit ebenso kritischen wie spöttischen Kommentaren zu seiner sozialen und kulturellen Umgebung. Sie bringen seinen schwarzen Humor zum Ausdruck und gleichzeitig verbinden sie seine Gegenwart mit einer künstlerischen Tradition, die gut und gerne zwei- bis dreihundert Jahre zurückreicht. So findet man künstlerische Bezüge zu Rembrandt wie auch zu Hieronymus Bosch und Pieter Brueghel dem Älteren. Sie werden einerseits sichtbar in den ungeschönten Darstellungen niederer Volkstypen und andererseits in Visionen kaum denkbarer Höllen. Der Tod ist ein steter Besucher seiner Bilder, man möchte fast sagen ein guter Freund des Künstlers. Er ist als Sensenmann, Mordopfer oder Skelett - mit oder ohne Zylinder - in zahlreichen Motiven präsent. Mindestens ebenso oft begegnet dem Betrachter Christus als lichtumgebene Erlöserfigur.

 

Die Ausstellung zeigte Radierungen, Lithografien und eine eigenhändige Zeichnung, fünfzig Meisterwerke, die zum Teil schon in den 1920er Jahren für die Sammlungen des ehemaligen Staatlichen Museums in Saarbrücken erworben wurden.

 

Ausgestattet mit Vergrößerungsgläsern erkundeten die Mitglieder die faszinierende Bildwelt von James Ensor.