20. Okt. 2018 Tagesfahrt Slevogt

Max Slevogt, Selbstbildnis mit Gattin (Ausschnitt), 1904, Öl auf Leinwand, Landesmuseum Mainz
Max Slevogt, Selbstbildnis mit Gattin (Ausschnitt), 1904, Öl auf Leinwand, Landesmuseum Mainz

Samstag, 20. Oktober 2018

Tagesfahrt nach Mainz und Edenkoben

Ein Tag am Meer. Slevogt. Liebermann. Cassirer

Slevogt-Ausstellung im Landesmuseum Mainz und Max-Slevogt-Galerie im Schloss Villa Ludwigshöhe/Edenkoben

 

 

2018 jährt sich Max Slevogts Geburtstag zum 150. Mal. Mit „Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann und Cassirer“ widmet sich die Mainzer Ausstellung dem künstlerischen Austausch von Max Slevogt mit seinen Künstlerkollegen Corinth und Liebermann. Auch sein enges Verhältnis zu seinen Berliner Verlegern, den Vettern Cassirer, ist Thema der Schau. Ausgangspunkt ist das einzige gemeinsame Treffen von Corinth, Liebermann und Slevogt am Strand von Noordwijk in Holland. Max Slevogt verbrachte dort auf Einladung von Paul Cassirer und seiner Frau Tilla Durieux den Juni/Juli 1908. Diese besaßen dort ein Strandhaus mitten in den Dünen. Der Aufenthalt dauerte nicht so lange wie ursprünglich geplant, denn Slevogts Frau Nini erwartete Sohn Wolfgang und Liebermann verließ Noordwijk, um in Berlin an Walter Leistikows Beerdigung teilzunehmen. Dennoch entstanden von Slevogts Hand sechs bezaubernde Strandbilder, die im Mittelpunkt der Schau stehen.

 

Neben Gemälden, die Slevogts Auseinandersetzung mit dem für ihn ungewöhnlichen Sujet des Meeres zeigten, waren auch zahlreiche Blätter aus dem grafischen Nachlass oder u.a. unveröffentlichte Briefwechsel mit den Cassirers, die Einblicke in das Netzwerk Slevogts gaben, im Rahmen dieser Ausstellung erstmals publiziert und ausgestellt.

 

Nach einem köstlichen Mittagessen im Karlbacher Hof in Großkarlbach komplettierte am Nachmittag ein Besuch von Schloss Villa Ludwigshöhe mit der Slevogt-Galerie unseren Ausflug. Der bayerische König Ludwig I. (1786-1868) hatte sich das Schloss zwischen 1847 und 1852 nach Plänen seines Architekten Friedrich von Gärtner als Sommersitz bei Edenkoben erbauen lassen. Seit 1980 ist das Gebäude mit seinen im pompejanischen Stil gehaltenen Fresken renoviert und beherbergt in einem Teil des Obergeschosses die "Max Slevogt-Galerie". Der Kernbestand der "Max Slevogt-Galerie" geht auf 121 Gemälde (u.a. Die Ringerschule, Bildnisse von Nini und Wolfgang als Indianer, Stillleben mit Schokoladenhasen, Zeichnungen und Einladungen zu Paul Cassirers 50. Geburtstag) zurück, die das Land Rheinland-Pfalz 1971 direkt von den Erben Max Slevogts erworben hatte. Folgend wurde dieser Bestand durch gezielte Erwerbungen, durch Schenkungen, Stiftungen oder Dauerleihgaben umfangreich erweitert.