23. bis 29. April 2018 Padua, Vicenza, Mantua

Gattamelata (Donatello) und Basilica Sant Antonio, (Padua)
Gattamelata (Donatello)
Scrovegni-Kapelle (Giotto), Padua
Camera degli sposi (Mantegna), Palazzo Ducale, Mantua

23. bis 29. April 2018

Padua - Vicenza - Mantua

Höhepunkte der italienischen Kunst von Giotto, Palladio und Mantegna 

mit Thomas Martin

 

Venetien besticht nicht nur durch eine außerordentlich vielseitige Landschaft, deren Bild vom Gebirge über die herrlichen oberitalienischen Seen bis hin zur fruchtbaren Po-Ebene reicht. Auch die kulturellen Schätze zwischen Gardasee und Vicenza genießen europäischen Rang, denn die gesamte Region ist Spiegelbild der europäischen Kultur: zahlreich sind die Zeugnisse aus der Römerzeit und aus dem Mittelalter, als wichtige Pilgerwege durch das Land führten.

 

Unser Reiseverlauf im Überblick:

Montag, 23. April 2018: Frankfurt – Venedig – Padua

Morgens Transfer von Saarbrücken/Homburg zum Flughafen Frankfurt. Nonstop-Flug mit Lufthansa nach Venedig. Der Transferbus brachte uns nach Padua. Hier, in einer der berühmtesten Universitätsstädte Italiens und gleichzeitig Geburtsstadt Palladios, setzten wir einen ersten kunsthistorischen Höhepunkt und spazierten zur orientalisch geprägten Il Santo, der Grabeskirche des heiligen Antonius mit Skulpturen von Donatello. Das bedeutendste Werk dürfte die Bronzeplastik für den Söldnerführer Erasmo da Narni, (genannt Gattamelata) von 1447 sein, die sich auf dem Vorplatz befindet. Donatello schuf damit das erste im Monumentalformat gegossene Reiterstandbild seit der Antike. Abendessen im Hotel und Übernachtung in Padua.

 

 

Dienstag, 24. April 2018: Canova in Possagno - Villa Barbaro in Masèr - Villa Emo in Fanzolo - Weinprobe Castello di Roncade

Nach dem Frühstück fuhren wir ins beschauliche Possagno, dem Geburtsort des klassizistischen Bildhauers Antonio Canova (1757-1822). Wir besuchten die zu einem Museum erhobene Werkstatt des Künstlers, die Gypsotheca Museo Canoviano. Nach einem Stopp an der Villa Barbaro in Masèr und einer Mittagspause in Asolo, erkundeten wir die Villa Emo in Fanzolo. Die elegante Anlage, ein Werk von Palladio, und die weiläufige Anlage macht diese Villa zu einem der anziehendsten Punkte des Veneto.

Am frühen Abend besuchten wir das Weingut Castello di Roncade und genossen eine Weinprobe mit einem landestypischen Abendessen.

 

 

Mittwoch, 25. April 2018: Vicenza: Auf Palladios Spuren

Ausflug nach Vicenza: Hier steht das wohl bekannteste Werk Palladios, die Villa Rotonda. Der auf quadratischem Grundriss errichtete Bau zeigt auf jeder Seite ein auf Säulen ruhendes Giebeldreieck, das an antike Tempel erinnert. Keine andere Stadt Venetiens trägt einen derart kräftigen Palladio-“Stempel“. Der Vicenza-Besuch widmete sich daher dem einzigartigen Stadtbild mit seinen vielen Palästen, die nahezu alle zum UNESCO-Welterbe zählen.

Am Nachmittag besuchten wir Palladios „Teatro Olimpico“, ein auf dem Hof des Schlosses aus dem 13. Jh. gebautes ständiges Theater für die Inszenierung der Aufführungen der 1555 gegründeten "Accademia Olimpica". Das unverändert gebliebene einzigartige Theater zeigt die Struktur der römischen Theater: die Bühnenfront ist als Straßen- und Triumphbogen in baulicher Manier der palladianischen Paläste gestaltet.

 

Donnerstag, 26. April 2018: Auf den Spuren von Giotto und Mantegna in Padua

Der heutige Padua-Tag führte uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. In der Kapelle Scrovegni sahen wir die Fresken von Giotto, welche als Meilensteine in der Kunstgeschichte gelten. Die Eremitenkirche beherbergt den restaurierten Freskenzyklus von Andrea Mantegna.

Am Nachmittag erkundeten wir das historische Cafe Pedrocchi mit seinen Prunkräumen und erfrischten uns mit einem Espresso. Bei einem abschließenden Besuch der Universität entdeckten wir u.a. die Lehrkanzel Galileis.

 

Freitag, 27. April 2018: Ravenna: von Theoderich bis Dante

Ravenna war im 6. Jahrhundert eine „Zweigstelle“ von Byzanz auf italienischem Boden und ist außergewöhnlich reich mit Mosaikschätzen geschmückt. Wir begannen unser Besichtigungsprogramm mit einem Sternenhimmel, mit dem reich geschmückten Gewölbe des Mausoleums der Galla Placidia. Besonders bemerkenswert sind die prächtigen farbigen Mosaiken u.a. mit  Tierdarstellungen.

Nach der Mittagspause setzte der Besuch der Kirche San Apollinare Nuovo mit herrlichen Mosaiken aus der Zeit Theoderichs (493 – 526) einen weiteren Höhepunkt. Danach geing es vorbei am sog. Theoderich-Palast und dem Grabmal von König Theoderich zu einem weiteren Höhepunkt, zur Kirche San Apollinare in Classe. Die Kirche steht außerhalb der Stadtmauern einsam in ländlicher Umgebung, wo sich einst das ravennatische Hafengebiet (Classe) befand. Der 549 geweihte Sakralbau ist bedeutend wegen seiner Mosaiken, die nicht nur biblische Szenen zeigen, sondern auch eine außergewöhnliche Fülle von Tier- und Pflanzendarstellungen.

 

  

Samstag, 28. April 2018: Sabbioneta – Mantua (Palazzo del Te, Palazzo ducale)

Nach dem Frühstück begaben wir uns in die ehemalige Residenzstadt Mantua, die besonders reizvoll an den Ufern des Mincio liegt, der Mantua wie ein großer See einrahmt. Was im Florenz der Renaissance die Familie Medici bedeutete, waren hier die Gonzaga.

Unter den Regenten von Gonzaga gelangte die Stadt zu einer regelrechten Blüte und zählte in der Renaissance zu den größten Kulturzentren Europas. Hier arbeitete der junge Rubens als Hofmaler und Monteverdi als Kapellmeister.

Den Auftakt bildete ein Besuch im Palazzo ducale (Dogenpalast) mit Werken des Renaissancemalers Andrea Mantegna (Camera degli sposi), der sich sowohl durch Architekturmalerei als auch als "Hofmaler" der Gonzaga einen Namen schuf und ein exponierter Vertreter der sog. Veroneser-paduanischen Malschule war.

Danach erkundeten wir den Palazzo del Te, eine Manierismus-Mischung aus Lustschloss und Villa. Zu den bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten des Palazzos zählen die Ausmalungen, z.B. im Saal der Giganten.

Am späten Nachmittag fuhren wir nach Sabbioneta und erkundeten das Teatro Olimpico, eines der ältesten Schauspielhäuser Europas. Besonders bemerkenswert sind die Fresken des Renaissancemalers Veronese, die das Theater schmücken.

 

Sonntag, 29. April 2018: Bologna – Frankfurt

Ein letzter Ausflug führte uns nach Bologna, das ein besonders schönes und mittelalterlich geprägtes Stadtbild aufweist. Charakteristisch sind die vielen von Arkadengängen eingefassten Straßen, die zahlreichen Paläste in Backsteinarchitektur, die vielen historischen Kirchen sowie die acht Kilometer lange Stadtmauer.

Auf dem Stadtrundgang sahen wir u.a. die Piazza Maggiore mit dem Neptunbrunnen sowie die gotische Kirche San Petronio, die Universität, den Palazzo Bevilaqua und die schiefen Türme von Bologna, der „Torre Garisenda“ und der „Torre degli Asinelli“. Sie sind die letzten Überbleibsel von rund 180 Geschlechtertürmen des mittelalterlichen Bologna. Geprägt wird das historische Herz Bolognas darüber hinaus durch Arkaden, die sich insgesamt über 38 Kilometer erstrecken.

Den Schlusspunkt der Führung setzte ein Besuch der ältesten Kirche Bolognas, der Basilica di Santo Stefano. Sie befindet sich in einem heute noch genutzten Klosterkomplex im historischen Stadtzentrum.

Von hier aus fuhren wir zum Flughafen Bologna und traten die Rückreise an. 

 

Ende einer eindrucksvollen Reise bei herrlichem Sonnenschein.