7. bis 14. März 2018 Malta und Gozo

7. bis 14. März 2018

Malta und Gozo

Valetta - Europäische Kulturhauptstadt 2018

(in Zusammenarbeit mit König & Meiser Kulturreisen)

 

Lange Zeit wurde angenommen, die ägyptischen Pyramiden seien die ersten großen Steinbauten der Welt gewesen. Heute ist nachgewiesen, dass die Megalithtempel auf Malta wesentlich älter sind. Sie sind zudem auch die Vorläufer der weitaus berühmteren Anlagen im bretonischen Carnac und englischen Stonehenge. Die rund 30 Tempelanlagen auf Malta entstanden im Zeitraum zwischen 4000 bis 2500 v. Chr. und sind in ihrer Dichte, Größe und Architektur einzigartig in ganz Europa. Um 2500 v. Chr. verschwand diese Kultur aus ungeklärten Gründen von der Insel.

Im weiteren Verlauf ihrer Geschichte rückte die exponierte Insel in die Interessenssphäre der seefahrenden Völker. Ihre strategische Schlüsselposition zwischen Sizilien und der nordafrikanischen Küste, auf halber Strecke zwischen Gibraltar und Palästina, bescherte ihr wechselnde „Schutzmächte“. Den Phöniziern folgten die Römer, die Byzantiner, die Araber, die Normannen, die Staufer und die Spanier. 1530 übertrug Kaiser Karl V. die Insel dem Johanniterorden als „ewiges Lehen“. Die Ordensritter bauten sie zu einer stark befestigten Operationsbasis für den Kampf gegen die expandierende türkische Seemacht aus. Nach der Vertreibung der Johanniter durch Napoleon gelang es Großbritannien, die Insel als Kolonie und Flottenstützpunkt in seinen Besitz zu bringen. Das Erbe der britischen Kolonialzeit ist noch in der Inselarchitektur und bestimmten Traditionen gegenwärtig - ein Kuriosum in diesem sonst ganz und gar mediterran geprägten Land. 

Wie in England gilt Linksverkehr, man trifft sich in Pubs und Clubs und Englisch ist die zweite Landessprache. 1964 erklärte der „State of Malta“ seine Unabhängigkeit, seit 2004 ist er Vollmitglied der EU. Malta ist das kleinste EU-Land, dabei selbstbewusst und sehr eigen. Die Landessprache Malti basiert auf dem Arabischen. Die sehr alte christliche Tradition geht auf den Aufenthalt des Apostels Paulus zurück. Die katholische Konfession ist heute Staatsreligion. Im Jahr 2018 trägt die Hauptstadt Valetta den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“.

 

 

Unser Reiseverlauf im Überblick:

Mittwoch, 7. März 2018: Frankfurt – Valetta – St. Paul’s Bay

Frühmorgens Transfer von Saarbrücken/Homburg zum Flughafen Frankfurt. Nonstop-Flug mit Lufthansa nach Malta. Der Transferbus brachte uns zunächst zur Hauptstadt Valletta. Ein Spaziergang zu den Barracca-Gärten und dem Republic Square vermittelte erste Eindrücke der besonderen Atmosphäre der Inselhauptstadt. Danach fuhren wir weiter zu unserem Hotel. Zimmerbezug und Abendessen.

 

Donnerstag, 8. März 2018: Valetta – St. John’s Co-Kathedrale – St. Pauls Kathedrale (Konzert)

Unsere Inselerkundung begann in Valletta. Mit rund 7200 Einwohnern ist sie die kleinste europäische Hauptstadt und in ihrer Gesamtheit denkmalgeschützt (UNESCO Weltkulturerbe seit 1980). Sie wurde im Auftrag des kämpferischen Johanniterordens und mit der Unterstützung der christlichen Herrscher Europas als planmäßige Festungsstadt auf einer schmalen Landzunge errichtet und diente jahrhundertelang als Bastion des christlichen Europas gegen das Expansionsbestreben der Türken. Wuchtig sind die Fortifikationen, klar und streng das Straßenraster, aristokratisch-kühl die Palastfassaden der „Auberges“, die den im Orden vertretenen Nationen als Wohnsitz dienten. Die Republic Street bildet die Mittelachse und führt heute vom Busterminal zum Fort Elmo, das die Hafeneinfahrt sicherte. Berühmt für ihre reiche Ausstattung ist die St. John's Co-Kathedrale mit ihren herrlichen Fresken, Marmorintarsien und Rittergräbern. Im Oratorium hängt ein spätes Meisterwerk Caravaggios: Die Enthauptung des Hl. Johannes. Interessant war ein Bummel durch die Altstadtgassen mit ihrer charakteristischen Architektur und ihren attraktiven Geschäften. Nach der Mittagspause erlebten wir ein Konzert in der anglikanischen St. Paul´s Kathedrale. Im Archäologischen Museum sind die wichtigsten Funde aus der Frühzeit der Insel ausgestellt, darunter Kultbilder und Modelle steinzeitlicher Tempel.

 

 

Freitag, 9. März 2018: Zebugg – Marsaxlokk – Mosta

Selten verirrt sich ein Tourist in das Dörfchen Zebugg. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, auf dem Markt erlebten wir das maltesische Leben hautnah. Ein wichtiger Rohstoff Maltas ist der Kalkstein. Im Steinbruchmuseum Limestone Heritage erfuhren wir mehr über die Geschichte und Bedeutung der Steinverarbeitung. Zurück in die Steinzeit ging es bei dem Besuch der prähistorischen Tempelanlage von Hagar Qim, die in exponierter Lage über dem Meer errichtet wurde. Ein beliebtes Fotomotiv waren die bunten Fischerboote im Hafen des Fischerortes Marsaxlokk. Hier genossen wir ein Mittagessen in einem typischen Fischlokal. Das Städtchen Mosta schmückt sich mit einer monumentalen Marienkirche, deren Kuppel die viertgrößte Europas sein soll.

 

Samstag, 10. März 2018: Gozo – Cap Dwejra

Überfahrt zur Insel Gozo. Die Schwesterinsel Maltas ist grüner und geruhsamer als Malta. Im Inselinneren liegt die Hauptstadt Victoria, die von einer mächtigen Zitadelle beherrscht wird. Eine Inselrundfahrt führte zu den malerischen Buchten von Xlendi und Marsalforn. Noch immer beeindruckend ist die 5000 Jahre alte Tempelanlage Ggantija mit ihren bis zu 6 m hohen, tonnenschweren Steinplatten. Ein kulinarisches Extra bot der Mittagsimbiss bei „Rikardu“ gleich neben der Kathedrale von Victoria. Weiter ging es zur sagenumwobenen Höhle der Calypso und zu den „Naturwundern“ am Cap Dwejra: der Pilzfels, das Blaue Fenster und der Inlandsee.

 

Sonntag 11. März 2018: Sliema – Valetta – Teatru Manoel (Don Giovanni)

Valletta besitzt einen der schönsten Naturhäfen der Welt. Unsere Hafenrundfahrt, die in Sliema startete, ließ die Kais, die Hafenbecken und die gewaltigen Festungswerke wie einen Film vor unseren Augen vorbeigleiten. Zum Mittagessen waren wir zurück im Hotel. Am Abend dann das musikalische Highlight dieser Reise: Eine Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Don Giovanni“ im Teatru Manoel in Valletta. Es wird seit 1731 bespielt und gehört damit zu den ältesten Bühnen Europas.  

 

Montag, 12. März 2018: Attard – Mdina – Orgelkonzert – Rabat 

Der Tag begann mit einem Spaziergang durch die botanischen Gärten von San Anton in Attard. Viel älter als Valletta, die befestigte Hafenstadt der Johanniter, ist die im Landesinneren gelegene alte Inselhaupt­stadt Mdina. Der spanische König verlieh ihr den Ehrentitel „città notabile“, edle Stadt. Sie wird auch zu Recht die „stille Stadt“ genannt. Wenig Einwohner, kaum Autos, stumme Paläste, gravitätische Kirchenfassaden und schattige Gassen, in denen die Schritte der Besucher verhallen. Ein Höhepunkt war das Orgelkonzert in der barocken St. Paul's Kathedrale. Maltas vielfältige Natur erschloss sich bei einer Fahrt durch den Buskett Garten mit seinen Orangen- und Zitronenhainen zur bizarren Steilküste von Dingli.

 

Dienstag, 13. März 2018: Vittoriosa – Senglea – Cospiqua – Naxxar (Kammerkonzert)

Noch einmal in Valletta besuchten wir den alten und neuen Regierungssitz Maltas, den Großmeisterpalast mit seinen beeindruckenden Repräsentationssälen. Dann umfuhren wir die Hafenbucht und besuchten die „drei alten Städte“ Vittoriosa, Senglea und Cospiqua. Vittoriosa war das erste Hauptquartier der Ritter um 1530. Hier trotzten sie der großen Türkenbelagerung von 1565. Von den Befestigungsanlagen des benachbarten Senglea hatte man einen schönen Blick auf Valletta und den Grand Harbour. Am Nachmittag erwartete uns im Barocksaal des Palazzo Parisio in Naxxar ein Kammerkonzert. Abends waren wir im Restaurant „Il Galleone“ zu Gast und ließen uns das maltesische Nationalgericht Fenkata (Kaninchen) munden.

 

Mittwoch, 14. März 2018: Rückreise nach Frankfurt und zu den Ausgangsorten. Ende einer eindrucksvollen Reise.