Kunstreise Ruhr 2010

Kunstreise

Ruhr 2010 - Europ. Kulturhauptstadt 2010

3. bis 6. Juni 2010

 

Während unserer verlängerten Wochenend-Reise ins „Kunst-Revier Ruhr 2010“, die uns im Juni nach Duisburg, Essen, Dortmund, Unna, zur Insel Hombroich und auch ins Arpmuseum Bahnhof Rolandseck führte, erlebten wir die ehemalige Montanregion als ein attraktives Reiseziel für Kunst- und Kulturinteressierte. Wir starteten unsere Besichtigungen mit einem Besuch des Museums Küppersmühle für Moderne Kunst in Duisburg, das Ende der 90er Jahre von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron zu einem Haus der Kunst umgebaut worden war. Die Küppersmühle beherbergt heute mit Werken u.a. von Anselm Kiefer, Georg Baselitz und Gerhard Hoehme eine der umfassendsten Sammlungen deutscher Nachkriegskunst. In Duisburg besuchten wir auch das Wilhelm-Lehmbruck-Museum, das uns die Künstlerin Barbara Wolf in einem zweistündigen Rundgang intensiv vorstellte. Am nächsten Tag stand zunächst eine Stadtrundfahrt in Essen auf dem Programm, die uns u.a. zur Philharmonie, zur Synagoge und zur Villa Hügel führte, danach besuchten wir das Folkwang Museum, das Ende Januar mit einem Erweiterungsbau von David Chipperfield wieder eröffnet wurde. In den neuen Räumen wurde die Sonderausstellung „Das schönste Museum der Welt“ gezeigt, die der einzigartigen Geschichte der Folkwang-Sammlung und ihrer Entwicklung gewidmet war. Am Nachmittag ging es weiter zur Zeche Zollverein, die 2001 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Dort besichtigen wir die Kokerei und das Salzlager, das die Arbeit „Palast der Projekte“ von Ilya und Emilia Kabakov präsentierte. Mit einem Abendessen im Casino, der ehemaligen Kompressorenhalle, beschlossen wir unseren Besuch der beeindruckenden Zeche Zollverein. Mit einer Besichtigung der Zeche Zollern in Dortmund setzten wir unsere Erkundungen der Industriekultur am nächsten Tag zunächst fort, bevor wir nach Unna ins Zentrum für Internationale Lichtkunst fuhren. In den labyrinthischen Gängen und Kühlräumen der ehemaligen Lindenbrauerei zeigte u.a. Mischa Kuball mit „Space – Speech – Speed“ ein Karussell der Sterne, Keith Sonnier demonstrierte im „Tunnel of tears“, dass wir Farben mit unterschiedlichem Kälteempfinden wahrnehmen und Olafur Eliasson beeindruckte uns im „reflektierenden Korridor“ und seinem „Entwurf zum Stoppen des freien Falls“. Die letzte Station des Tages führte uns nach Hagen ins Kunstquartier, das das neu gebaute Emil Schumacher Museum und das sanierte und erweiterte Osthaus Museum umfasst. Das Osthaus Museum präsentiert eine bedeutende Sammlung mit Werken der frühen klassischen Moderne und des Expressionismus bis hin zur Neuen Sachlichkeit. Innerhalb unseres Rundganges sahen wir auch die Ausstellung „Istanbul. Sammlung Huma Kabakci“, die rund 200 Werke türkischer Kunst aus den letzten 60 Jahren vereinte. Den Abend verbrachten wir im Gartenrestaurant des Jagdhauses Schellenberg in Essen, das uns in angenehmer Atmosphäre empfing und einen wunderbaren Ausblick auf den Baldeneysee genießen ließ. Der letzte Tag unserer Reise führte uns auf dem Heimweg zur Insel Hombroich. Diese hatte der Sammler Karl-Heinz Müller Anfang der 80er Jahre erworben, um hier seine Kunstwerke in einer Symbiose von Kunst parallel zur Natur zu zeigen.

Während unseres 2stündigen Rundganges bei strahlendem Sonnenschein erläuterte uns der Künstler Martin Mehle sowohl die vom Landschaftsarchitekten Bernhard Korte gestaltete Parklandschaft als auch den Großteil der skulpturalen, vom Bildhauer Erwin Heerich entworfenen Gebäude.

Den Abschluss unserer Reise markierte ein Besuch im Arpmuseum Bahnhof Rolandseck, das nicht nur durch den wunderbaren Neubau von Richard Meier beeindruckte, sondern auch mit mehreren hochkarätigen Ausstellungen aufwartete: eine K.O. Götz-Retrospektive, eine Sophie Taeuber-Arp-Ausstellung sowie Fotografien von Simone Demandt zum Thema „Dunkle Labore“ als auch eine kleine Präsentation des Kunstsammlers Rau mit dem Titel „Das Auge des Sammlers“.