Die Rama-Post vom lustigen Fips

3. Jahrgang (1927), Nr. 6
Deutsches Zeitungsmuseum Wadgassen

 

Von 1925 bis 1933 erschien "Die Rama-Post vom lustigen Fips" als Kundenzeitschrift der gleichnamigen Margarine, ebenso wie die "Rama-Post vom kleinen Coco", die wiederum aus der Zeitschrift „Der kleine Coco“ hervorgegangen war, die es – mit Unterbrechungen – seit 1909 gegeben hatte.

Zielgruppe waren Kinder; Käufer der Margarine bekamen die Zeitschrift kostenlos zu ihrem Einkauf. Beide Zeitschriften erschienen wöchentlich abwechselnd und erreichten sehr hohe Auflagen. Werbezeitschriften für Kinder mit starkem Fokus auf unterhaltsame Bildergeschichten kamen in dieser Epoche auf.

(Deutsches Zeitungsmuseum Wadgassen)

 

 

Begleitende Lyrik

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

 

Der 1883 geborene Hans Bötticher, besser bekannt unter seinem Pseudonym Joachim Ringelnatz, das er ab 1919 verwendete, hat fünf Kinderbücher geschrieben. Darüber hinaus ist er auch für seine humoristische Figur des Seemanns „Kuttel Daddeldu“ bekannt, die er ab 1920 entwickelte. Von seiner Schriftstellerei konnte er jedoch nicht leben und finanzierte seinen Lebensunterhalt als Kabarettist.

Seine 1924 und 1931 erschienenen Kinderbücher „Geheimes Kinder-Spiel-Buch mit vielen Bildern“ und „Geheimes Kinder-Verwirr-Buch mit vielen Bildern“ (die letzten beiden Kinderbücher von Ringelnatz) stießen zunächst auf Unverständnis und der Verlag musste die Bücher mit dem Etikett „Für Erwachsene“ ausweisen. Ringelnatz gab in diesen Büchern Anleitungen für pädagogisch als wenig wertvoll erachtete Spiele – die Ideen reichten von „Großmama verhauen“ bis zu Bomben basteln.

 

 

Die sonnige Kinderstraße

 

Meine frühe Kindheit hat

Auf sonniger Straße getollt;

Hat nur ein Steinchen, ein Blatt

Zum Glücklichsein gewollt.

 

Jahre verschwelgten. Ich suche matt

Jene sonnige Straße heut;

Wieder zu lernen, wie man am Blatt,

Wie man am Steinchen sich freut.