Den Haag / Antwerpen / Amsterdam

 

10. bis 15. September 2019

Rembrandt, Rubens und Vermeer - u.a. mit Besuch des Mauritshuis Den Haag, Rijksmuseum Amsterdam und Voorlinden Museum in Wassenaar 
 

Das Jahr 2019 wurde zum Rembrandt-Jahr in den Niederlanden ausgerufen. Unter dem Motto „Rembrandt und das goldene Zeitalter" wird der holländische Meister anlässlich seines 350. Todestages im ganzen Land geehrt.

Das Mauritshuis in Den Haag, in dem die Königliche Gemäldesammlung ihren Platz findet, besitzt weltweit einzigartige flämische und holländische Meisterwerke des 17. Jahrhunderts. Unter dem Titel „Rembrandt und das Mauritshuis“ wird zum ersten Mal die gesamte Rembrandt-Sammlung des Hauses in einer Ausstellung gezeigt. Zu den insgesamt 18 Werken gehören unter anderem das letzte Selbstportrait Rembrandts und „Die Anatomie des Dr. Tulp". Weitere Höhepunkte sind „Blumenvase in einer Fensternische“ von Ambrosius Bosschaert, „Der Distelfink" von Carel Fabritius und das sicherlich berühmteste Gemälde des Museums Jan Vermeer van Delfts „Mädchen mit dem Perlenohrring".

In Amsterdam erlebten wir im Rijksmuseum die Live-Restaurierung von Rembrandts „Nachtwache“.

Peter Paul Rubens war im 17. Jahrhundert die bedeutendste Künstlerpersönlichkeit Antwerpens. Hier besuchten wir sein Wohnhaus mit angegliedertem Atelier, in dem Rubens Meisterwerke wie „Der bethlehemitische Kindermord“ (1614) und „Dianas Heimkehr von der Jagd“ (1616) schuf.

Seit September 2016 zeigt das Museum Voorlinden bei Den Haag Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts aus der Sammlung von Joop van Caldenborgh. Es ist eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen der Niederlande, die in einer beeindruckenden Spielstätte im Süden der ländlichen Gemeinde Wassenaar beheimatet ist. Dort findet sich neben Richard Serras begehbarer Skulptur „Open Ended" (2007/2008), dem "Swimming Pool" (1999/2016) des argentinischen Künstlers Leandro Ehrlich und den überlebensgroßen, hyperrealistischen Menschenfiguren von Ron Mueck mit seinem „Couple Under an Umbrella" (2013) auch der von James Turrell geschaffene Raum „Skyspace“ (2016), der den Betrachter an seine Wahrnehmungsgrenze bringt.

Unser Reiseverlauf im Überblick:

Dienstag, 10. September 2019
Antwerpen - MAS

Anreise von Homburg und Saarbrücken über Luxemburg und Brüssel nach Antwerpen. Während einer Orientierungstour lernten wir die historische Altstadt und die Viertel, die im 19. Jahrhundert als großbürgerliche Wohngebiete entstanden sind, kennen. Der Seehafen schließt sich im Norden an das Stadtgebiet an und umfasst eine Fläche von über 150 km². Nach Rotterdam und Hamburg ist er der drittgrößte Hafen in Europa. Über den Hafen und seine wirtschaftliche Bedeutung lässt sich leicht eine Brücke in die Vergangenheit Antwerpens schlagen: Die Stadt erlebte als Handelsstadt ihre erste große Blüte mit dem Niedergang von Brügge und dessen Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Antwerpen setzte bereits um 1350 englische Tuche auf seinen Märkten ab und übernahm in den folgenden Jahrzehnten auch die Vorreiterrolle auf dem besonders gewinnträchtigen Gewürzmarkt. Es ist das „Goldene Zeitalter" der Schelde-Stadt, deren Reichtum sich überall im Stadtbild spiegelt. Antwerpen gehört bis heute zu den weltweit wichtigsten Handelsplätzen für Diamanten.

Anschließend ging es zu Antwerpens Museumsattraktion, dem MAS - Museum am Strom. In dem markanten Neubau am alten Hafen, dem "Eilandje", sind seit 2011 die Sammlungen des Ethnographischen Museums, das Nationale Maritime Museum und das Volkskundemuseum unter einem Dach untergebracht. Der 62 m hohe Kubus stammt von dem niederländischen Architekturbüro Neutelings-Riedijk. Auf 10 Etagen sind die verschiedenen Ausstellungsebenen spiralförmig angeordnet. Dazwischen liegen Galerien mit gewellten Glasflächen, die den ungehinderten Blick auf Stadt und Hafen freigeben. Die Sandsteinfassade ist mit 3000 Händen aus poliertem Aluminium verziert - eine Anspielung auf den Stadtnamen. Nach einer Hafenrundfahrt bezogen wir unser Hotel in der Innenstadt. 

Mittwoch, 11. September 2019
Rubenshaus - Liebfrauenkirche - Plantin Moretus

Der Maler Peter Paul Rubens war die überragende Künstlerpersönlichkeit seiner Generation und Antwerpen das Zentrum seines künstlerischen Schaffens. Rubens war Hofmaler, brillierte als Architekt und war offiziell auch in diplomatischen Missionen unterwegs. In Antwerpen betrieb er sein Atelier und residierte als Malerfürst in einem stattlichen Palais, das er nach seiner Hochzeit mit Isabella Brant am Wapper ausbauen ließ. In diesem großen Anwesen, dem Rubenshaus, begegneten wir am Vormittag dem Werk des genialen Barockmalers.

Das reiche architektonische Erbe der Stadt stand im weiteren Verlauf des Tages auf unserem Programm, u.a. die Liebfrauenkathedrale, Antwerpens grandiose gotische Kathedrale mit dem filigranen Turmhelm und ihrer überaus kostbaren Ausstattung. Zwei Arbeiten von Rubens genießen Weltruhm: seine Kreuzaufrichtung und die nicht minder eindrucksvolle Kreuzabnahme. Von hier aus gingt es zum Großen Markt mit den fein ornamentierten Gildehäusern, dem mächtigen Rathaus und dem grazil ausbalancierten Standbild des die Hand des Riesen schleudernden Brabo. Unser Weg durch die teils sehr stimmungsvolle Alt-stadt führte uns auch ins Museum Plantin-Moretus, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört: In der ehemaligen Buchdruckerei befinden sich die ältesten Druckpressen der Welt und eine bedeutende Sammlung von Druckgrafiken aus dem 16. und 17. Jh.  

Donnerstag, 12. September 2019
Den Haag - Gemeentemuseum und Mauritshuis

Nach dem Frühstück verließen wir Antwerpen und fuhren nach Den Haag, die Residenzstadt der niederländischen Könige. Von H.P. Berlage, dem Wegbereiter moderner Architektur in den Niederlanden, stammt das prägnante Gebäude des Gemeentemuseums in Den Haag. Es zählt zu den bedeutendsten Häusern im Land und besitzt eine weltweit einzigartige Sammlung mit Werken Piet Mondrians und der de Stijl-Bewegung, die wir uns gemeinsam ansahen. Nach der Mittagspause machten wir einen Spaziergang durch die Innenstadt. Im Herzstück des historischen Zentrums besuchten wir das Mauritshuis, ein Adelspalais aus dem frühen 17. Jh., in dem die Königliche Gemäldesammlung untergebracht ist. Unter dem Titel „Rembrandt und das Mauritshuis“ wurde zum ersten Mal die gesamte Rembrandt-Sammlung des Hauses in einer Ausstellung gezeigt. Zu den insgesamt 18 Werken gehören unter anderem das letzte Selbstportrait Rembrandts und „Die Anatomie des Dr. Tulp“. Das sicherlich berühmteste Gemälde des Museums ist  Jan Vermeer van Delfts „Mädchen mit dem Perlenohrring“. Anschließend Zimmerbezug und gemeinsames Abendessen.

Freitag, 13. September 2019
Amsterdam - Rijksmuseum

Heute unternahmen wir einen Ausflug nach Amsterdam ins Rijksmuseum, das nach dem jüngsten Erwerb des spektakulären Hochzeitsporträts von „Marten & Oopjen“ die weltweit größte Sammlung von Gemälden Rembrandts innehat. Darüber hinaus besitzt das Rijksmuseum u.a. Werke von Jacob van Ruysdael, Franz Hals, Jan Vermeer (u.a. „Dienstmagd mit Milchkrug“) und Jan Steen, die zu den Highlights des Goldenen Zeitalters zählen. Rembrandts Meisterwerk „Die Nachtwache“ erlebten wir während einer „Live-Restaurierung“. Das 1642 fertiggestellte Gemälde gehört zu den holländischen Gruppenbildnissen von Schützengilden und wurde zuletzt 1976 restauriert, nachdem es durch Vandalismus beschädigt wurde. Anschließend begaben wir uns mit unserem Guide Corné auf einen gemeinsamen Rundgang durch die Altstadt mit ihren prächtigen Giebelhäusern. Am frühen Abend fuhren wir zurück nach Den Haag.

Samstag, 14. September 2019
Wassenaar - Voorlinden Museum

Am Samstag fuhren wir noch einmal Richtung Norden. Nach einem Strandspaziergang in Scheveningen begaben wir uns nach Wassenaar. 2016 hat hier ein Museum für moderne Kunst eröffnet. Auf dem weitläufigen Gelände eines herrschaftlichen Landgutes, das zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts errichtet wurde, ließ sich der Industrielle Joop van Caldenborgh in den Dünen einen Museumsbau errichten, in dem er seine renommierte Sammlung moderner Kunst angemessen präsentieren kann. Den zum Gut gehörenden englischen Landschaftsgarten ließ er von Piet Oudolf - dem „Rockstar“ der international bekannten Gartengestalter - ausführen, dem u.a. die Planung des New Yorker High Line Parks oblag. Das hochkarätige Ensemble aus Architektur, Garten und Kunst ist sensationell.

Im Museum erlebten wir neben Richard Serras begehbarer Skulptur „Open Ended“ (2007/2008), dem „Swimming Pool“ (1999/2016) des argentinischen Künstlers Leandro Ehrlich und den überlebensgroßen, hyperrealistischen Menschenfiguren von Ron Mueck mit seinem „Couple Under an Umbrella“ (2013) auch einen von James Turrell geschaffenen Raum mit dem Titel „Skyspace“ (2016), der den Betrachter an seine Wahrnehmungsgrenze bringt.

Sonntag, 15. September 2019
Lüttich - Grand Curtius

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zurück nach Saarbrücken. In Lüttich unterbrachen wir unsere Heimreise für einen Stadtrundgang. Mit einem Blick auf den von Santiago Calatrava neu gestalteten Hauptbahnhof Guillemins, einem wahrhaftig eleganten Wunderwerk der Technik, ging es über Luxemburg zurück nach Saarbrücken und Homburg.