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Kunstmuseum Moritzburg (Halle/Saale)
Kunstmuseum Moritzburg (Halle/Saale)

KunstReise: Halle, Leipzig, Chemnitz

29. August bis 2. September 2023

 

Unser geplanter Reiseverlauf im Überblick:

Dienstag, 29. August 2023: Halle (Saale)

Anreise über Frankfurt und Eisenach nach Halle. Am Nachmittag unternehmen wir einen Spaziergang durch das historische Stadtzentrum der alten Hansestadt, deren Gründung ins frühe 9. Jahrhundert datiert. Die Salzgewinnung aus den nahen Solequellen war über Jahrhunderte die Basis für seinen wirtschaftlichen Aufschwung und bürgerlichen Wohlstand. Eine künstlerische Blütezeit erlebte es unter Albrecht von Brandenburg, dem großen Gegenspieler Luthers. Als einzige deutsche Großstadt ist Halle während des Zweiten Weltkrieges nicht großflächig zerstört worden, wodurch ihr städtebaulich-denkmalpflegerischer Gesamtzustand unter den deutschen Großstädten eine Ausnahmestellung einnimmt. Nach dem Besuch der spätgotischen Marktkirche, deren Doppeltürme das Wahrzeichen der Stadt sind, bleibt noch Zeit für einen Abstecher in die Franckeschen Stiftungen, eine ehemalige Armenschule eines pietistischen Sozial– und Bildungswerks, die sich zu einer hoch geachteten Bildungseinrichtung entwickelte. Die Leopoldina, Deutschlands Nationale Akademie der Wissenschaften, hat ihren Sitz in Halle, wo auch eine der ältesten deutschen Universitäten beheimatet ist, die 1502 gegründete Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Unsere Stadterkundung endet an unserem Hotel, das am Rand des historischen Stadtzentrums liegt, wo wir auch zu Abend essen werden.

 

Mittwoch, 30. August 2023: Leipzig I

Heute führt uns ein Tagesausflug nach Leipzig. Unsere erste Station ist das in den 1920er Jahren errichtete Grassimuseum. Es zählt zu den wenigen großen deutschen Museumsbauten in der Weimarer Republik. Auf dem geschichtsträchtigen Areal zwischen Altem Johannisfriedhof und Johannisplatz entstand eine weitläufige Anlage, die der Tradition des europäischen Schlossbaus verpflichtet ist. In der Architektur verbindet sich eine klare, funktionalistisch orientierte Formensprache mit den expressiven Schmuckformen des Art déco. Die 1927 realisierte Pfeilerhalle – das beeindruckende Herzstück des Hauses – wird von diesem Zackenstil geprägt. Der Name des Museums leitet sich von Franz Dominic Grassi (1801-1880), einem Leipziger Kaufmann ab, der der Stadt Leipzig ein Millionenvermögen vererbt hatte. Das weitläufige Museumsquartier beherbergt drei Museen von internationalem Rang: Das Museum für Völkerkunde, das Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig und das Museum für Angewandte Kunst, dessen hochkarätige Sammlungen wir uns anschauen werden. Die Mittagspause verbringen wir im Zentrum von Leipzig und werden en passant noch einige eindrucksvolle Plätze und Bauten der Stadt sehen. Am Nachmittag steht das Museum für Bildende Kunst auf unserem Programm, das nach Jahrzehnten unzureichender Zwischenlösungen vor knapp 20 Jahren nur einen Steinwurf weit vom Alten Markt entfernt in der Katharinenstraße ein angemessenes Domizil bezogen hat. Der gläserne Kubus der Berliner Architekten Hufnagel / Pütz / Rafaelian wird an allen vier Ecken durch winkelförmige Eckbauten gerahmt und überragt mit 36 m Höhe die umgebende Bebauung. Das besondere Kennzeichen des Hauses: von außen sichtbare Höfe und Terrassen, die das Museum zur Stadt hin öffnen und das Prinzip der Leipziger Passagen aufgreifen. Das Innere besticht durch seine großzügig dimensionierte Weite, vor allem in Verbindung mit den vielfältigen Sichtachsen und den Aussichten auf die Stadtlandschaft. Das 1858 gegründete Museum zählt zu den ältesten deutschen Bürgermuseen und verdankt seine unvergleichlich schöne Sammlung vorwiegend großzügigen Stiftungen und Leihgaben seiner Bürger. Die Sammlungsschwerpunkte bilden deutsche Kunst des 14. und 15. Jahrhunderts, holländische und flämische Malerei sowie Werke der deutschen Romantik und des frühen 20. Jahrhunderts. Nach dem Museumsbesuch sind wir in Auerbachs Keller zum Abendessen zu Gast: Anschließend fahren wir zurück nach Halle.

 

Donnerstag, 31. August 2023: Halle – Moritzburg / Leipzig II

Nach dem Frühstück erwartet uns in Halle ein Kunstmuseum an einem durchaus außergewöhnlichen Ort. Errichtet wurde die Moritzburg als erzbischöfliche Residenz, die sich im Kern noch immer als repräsentative Vierflügelanlage am Übergang vom späten Mittelalter zur frühen Renaissance präsentiert. Das eindrucksvolle Architekturdenkmal mitten im Zentrum der Stadt erhielt 2008 einen spektakulären Anbau, der nach Entwürfen des spanischen Architektenduos Fuensanta Nieto und Enrique Sobejano ausgeführt worden ist.

Am Nachmittag kehren wir nochmals nach Leipzig zurück. Auf einem Areal am Rande des Stadtteils Lindenau wurde 1884 die Leipziger Baumwollspinnerei gegründet, die binnen eines Vierteljahrhunderts zu der größten Baumwollspinnerei Kontinentaleuropas aufstieg. In dieser Zeit entstand eine regelrechte Fabrikstadt mit über 20 Produktionsgebäuden, Arbeiterwohnungen, Kindergärten und einer Erholungssiedlung. 1907 hatte die Fabrik ihre größte Ausdehnung erreicht. Auf rund 100.000 m² wurde mit 240.000 Spindeln Baumwolle verarbeitet. Bis zu 4.000 Menschen haben hier bis 1989 im Drei-Schichtbetrieb gearbeitet, bis die Produktion nach der Wiedervereinigung eingestellt wurde. Der Transformationsprozess, den die Spinnerei in den vergangenen Jahrzehnten nach der Maxime „from cotton to culture“ durchlaufen hat, ist gewaltig: Über Hundert Künstlerateliers sind entstanden, dazu kommen vierzehn Galerien, Werkstätten, Architekten, Designer, Schmuck- und Modemacher, die Theaterspielstätte «Residenz», ein internationales Tanz- und Choreografiezentrum, Druckereien sowie die gemeinnützige HALLE 14: Aus der ehemaligen Fabrikstadt, wurde am Beginn des 21. Jahrhundert eine der interessantesten Produktions- und Ausstellungsstätten für zeitgenössische Kunst und Kultur in Europa.

 

Freitag, 1. September 2023: Chemnitz

Heute unternehmen wir einen Ausflug nach Chemnitz. Das Museum Gunzenhauser, die jüngste Einrichtung der Kunstsammlungen Chemnitz, beherbergt die Kunstsammlung des Münchner Galeristen Dr. Alfred Gunzenhauser mit mehr als 3.000 Werken von 270 Künstlerinnen und Künstlern. Der Fokus der Sammlung liegt auf der Kunst der Jahrhundertwende um 1900, dem Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit und der Abstraktion im 20. Jahrhundert. Mit 380 Werken von Otto Dix verfügt das Museum Gunzenhauser über eines der weltweit größten Konvolute des Malers und eine der größten Sammlungen des Expressionisten Alexej von Jawlensky. Eigens für die Präsentation der Sammlung wurde das ehemalige Sparkassengebäude umgebaut, ein Gebäude im Stil der Neuen Sachlichkeit, das1928–1930 errichtet wurde. Nach der Mittagspause werden wir die Ständige Ausstellung der Kunstsammlung Chemnitz ansehen. Sie besitzt die deutschlandweit zweitgrößte Sammlung von Gemälden und Grafiken Karl Schmidt-Rottluffs. Er wurde 1884 im Chemnitzer Vorort Rottluff geboren und gehört zu den markantesten Künstlern der „Brücke“. Weitere Sammlungsschwerpunkte: Dresdner Romantik und deutscher Impressionismus. Als neuen Ideen aufgeschlossene Industriestadt weist Chemnitz eine hohe Dichte an Architektur der klassischen Moderne auf. Zuletzt steht am späten Nachmittag der Besuch im Museum Henry van de Velde auf unserem Programm. 1902 wurde die Villa für den Chemnitzer Textilunternehmer Herbert Esche als Einfamilienhaus entworfen. Van de Velde zählte zu dieser Zeitbereits zu den gefragtesten Künstlern Europas. Die Villa Esche war sein erstes architektonisches Auftragswerk in Deutschland und für sein Schaffen von großer Bedeutung. Sie zählt zu den architektonischen Juwelen in Chemnitz. Heute beherbergt die Villa Esche das Henry van de Velde Museum als Dependance der Kunstsammlungen Chemnitz.

 

Samstag, 2. September 2023: Heimreise über Weimar
Nach dem Frühstück verlassen wir Halle und fahren nach Weimar. Das Bauhaus Museum Weimar wurde am 6. April zum Bauhaus Jubiläum 2019 eröffnet. Bauherr ist die Klassik Stiftung Weimar, die heute über eine Sammlung von mehr als 13.000 Bauhaus-Objekten verfügt. Den Kern bildet die weltweit älteste und von Walter Gropius autorisierte Kollektion. Das Museum hat zum Ziel, diese Schätze in zeitgenössischer Architektur und mit innovativer Ausstellungsgestaltung erstmals umfassend zu inszenieren. Städtebaulich bildet der markante Neubau einen Gegenakzent zum alten „Gauforum“ aus den 30er Jahren. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Heike Hanada, Berlin. Eine Führung erläutert die Konzeption und gibt einen Überblick über die einzelnen Ausstellungsbereiche. Zur Mittagspause bleiben wir in Weimar, danach treten wir die Heimreise über Mainz nach Saarbrücken an.                                                ****Änderungen vorbehalten****

 

Unsere Leistungen:

Busreise ab/bis Homburg/Saarbrücken in einem Reisebus mit WC und Klimaanlage inkl. sämtlicher Autobahn- und Parkgebühren, 4 Übernachtungen im 4****-Hotel Charlottenhof im Zentrum von Halle, Halbpension, alle Rundfahrten, Eintrittsgelder und Führungen laut Programm, kunsthistorische Reiseleitung.

Nicht eingeschlossen sind alle nicht ausdrücklich so bezeichneten Leistungen; Reiserücktrittskostenversicherung, weitere Mahlzeiten, Getränke sowie alle übrigen Ausgaben privater Natur und Nebenkosten im Hotel (Telefon etc.).

 

Veranstalter: König & Meiser Kulturreisen, Kleinblittersdorf

Die Reisebedingungen des Veranstalters König & Meiser Kulturreisen finden Sie im Internet unter

www.km-kulturreisen.de. Gerne senden wir Ihnen bei Reisebuchung die AGBs per Post oder email zu.

 

Reiseleitung:Karl Meiser

Begleitung Fördergesellschaft: Dr. Elke Schwarz

 

Reisepreis:

1390,00 Euro pro Person im Doppelzimmer

180,00 Euro Einzelzimmerzuschlag

(Sollten noch zusätzliche Plätze verfügbar sein, können auch Nichtmitglieder teilnehmen. Aufschlag: 50,00 Euro)

 

Gerne organisieren wir auf Wunsch einen Taxitransfer von Ihrem Zuhause (und zurück) zu den Abfahrtsorten.

 

Anmeldeschluss: 5. Juni 2023

Eine Anmeldebestätigung erhalten Sie nach dem Erreichen des Anmeldeschlusses.