Vorlesen

Madrid

2.-7. April 2024

 

Dienstag, 2. Apri

Per Bustransfer geht es von Homburg und Saarbrücken zum Flughafen Findel in Luxemburg. Um 17.20 Uhr startet unser Linienflug mit Luxair in Richtung Spanien; die planmäßige Landung erfolgt um 19.45 Uhr Ortszeit auf dem Flughafen Madrid. Danach schließt sich wieder ein Bustransfer ins Stadtzentrum an und wir beziehen Zimmer in unserem Hotel. Ein kleiner Abendimbiss in einem Restaurant in der Nähe des Hotels beschließt den ersten Abend in Madrid.

 

Mittwoch, 3. April

Am Vormittag verschaffen wir uns einen ersten Überblick über die spanische Hauptstadt und das gelingt am besten vom Bus aus. Zunächst fahren wir am Parlament vorbei und danach über die Gran Via, einen breiten Boulevard mit prachtvollen Häusern im Belle Epoque Stil. Er durchbricht das enge Gassengewirr der historischen Altstadt und verbindet die wichtigsten der im 19. Jahrhundert angelegten Plätze miteinander. Ein ausgeprägter Repräsentationswille, gepaart mit einem ausgeprägten Gestaltungswillen kamen bei der Umsetzung um die Wende zum 20. Jahrhundert zum Tragen. Während unserer Rundfahrt werden wir auch die neueren Projekte zeitgenössischen Städtebaus sehen, etwa die Parque de Arganzuela Brücke. Sie wurde von dem renommierten französischen Architekten Dominique Perrault als Fußgängerbrücke entworfen und bildet das Herzstück einer weitläufigen Parkanlage Madrid Rio, die sich entlang der beiden Ufer des Manzanares erstreckt. Nach unserer Rundfahrt geht es zu Fuß durch die historische Altstadt: Das Viertel rund um die Puerta del Sol gilt als das populäre Herz der Madrider Altstadt. Von hier aus erkunden wir die zahllosen engen Gassen mit ihren kleinen Bodegas und altertümlichen Ladengeschäften. Das geschäftige Treiben eignet sich hervorragend zu einem kurzweiligen Bummel, mit dem wir unser Vormittagsprogramm ausklingen lassen.
Seit 1993 beherbergt der ehemalige Stadtpalast der Herzöge von Villahermosa das Museo Thyssen-Bornesmisza, eine der berühmtesten privaten Gemäldesammlungen der Welt. Seit den 1930er Jahren war sie in der Villa Favorita in Castagnola bei Lugano untergebracht. Heinrich Baron von Thyssen-Bornemisza hatte um 1911 mit dem Aufbau der Sammlung begonnen und sein Sohn Hans Heinrich ergänzte sie über Jahrzehnte hinweg mit viel Sachverstand. Der besondere Charme der Sammlung liegt darin, dass sie den Geschmack und die Vorlieben eines großbürgerlichen Connaisseurs widerspiegelt. Seit 2004 beherbergt ein Anbau die Sammlung Carmen Thyssen-Bornemisza, die mit vorwiegend spanischen Gemälden vom 17. Jahrhundert bis zur Moderne die ursprüngliche Sammlung ergänzt.

Der Rest des Nachmittags steht zur freien Verfügung. Abendessen in einem Restaurant außerhalb des Hotels.

 

Donnerstag, 4. Apri

Seit Kaiser Karl V. haben die spanischen Herrscher systematisch und mit großem Gespür für Qualität Kunstwerke gesammelt. Diese exquisite Sammlung bildete den Grundstock des Museo del Prado, das zu den ältesten Museen der Welt zählt. Es wurde 1815 von Ferdinand VII. nach dem Vorbild des Louvre gegründet und in dem Gebäude des Königlichen Museums der Naturwissenschaften im Prado de San Jerónimo, der „Wiese des Heiligen Hieronymus“ untergebracht. 1997 erhielt der Pritzker-Preisträger Rafael Moneo den Auftrag für einen Erweiterungsbau, der im Jahr 2007 auf dem Areal des angrenzenden Jerónimo-Klosters eröffnet wurde. Der Prado besitzt die weltweit wichtigste Sammlung spanischer Malerei. Chronologisch reicht sie von romanischen Wandgemälden aus dem 12. Jahrhundert bis zum frühen 20. Jahrhundert. Von El Greco ist eine große Werkgruppe ausgestellt. Breiten Raum nimmt die spanischen Barockmalerei mit ihren wichtigsten Vertretern ein: Zurbarán, Ribera, Murillo, Valdés Leal und Diego Velázquez. Das Werk Francisco de Goyas ist mit insgesamt 132 Gemälden aus allen Werkphasen des Künstlers präsent. Die Sammlung italienischer Malerei ist eine der Hauptattraktionen des Museums; darunter befinden sich Meisterwerke von Mantegna, Botticelli und Fra Angelico. Die Cinquecento-Malerei ist mit Hauptwerken von Raffael und seiner Werkstatt, insbesondere Giulio Romano, vertreten. Besonders hervorzuheben ist die venezianische Malerei aus dem 16. Jahrhundert, die als die beste Sammlung außerhalb Italiens gilt. Tizian war der Lieblingsmaler von Karl V. und Philipp II. Die Arbeiten von Jacopo Tintoretto und Paolo Veronese sind ebenso prominent in der Sammlung vertreten. Aus der italienischen Barockmalerei sind Caravaggio, Carracci und Guido Reni und Giambattista Tiepolo mit seinem Sohn Giandomenico Tiepolo mit hervorragenden Werken in der Schausammlung präsent.
Flämische Kunst ist im Prado ebenfalls in fantastischer Qualität zu bewundern: von Robert Campin sind vier Werke zu sehen, außerdem die berühmte Kreuzabnahme von Rogier van der Weyden und Meisterwerke von Dierick Bouts, Petrus Christus und Hans Memling. Darüberhinaus besitzt das Museum auch die beste Hieronymus-Bosch-Sammlung der Welt, u.a. das Triptychon „Der Garten der Lüste“ aus der persönlichen Sammlung von Felipe II.
Die schlichte Kirche San Antonio de la Florida wurde 1792 bis 1798 im Auftrag Carlos IV. von dem italienischen Architekten Filippo Fontana erbaut. Der Grundriss hat die Form eines griechischen Kreuzes mit kurzen Seiten und einer zentralen Kuppel, die von einer Laterne bekrönt wird. Goya stattete die Kuppel mit Fresken aus, die Szenen aus dem Leben des Heiligen darstellen. Die Altarbilder wurden später von Jacinto Gómez Pastor gemalt. Wir werden uns die kleine Kapelle am Nachmittag ansehen.

 

Freitag, 5. Apri

Nach dem Frühstück unternehmen wir einen kurzen Spaziergang zum Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía. Es ist in einem weitläufigen Gebäudekomplex untergebracht, der sich um einen begrünten Innenhof gruppiert. Das „Edificio Sabatini“ war ursprünglich ein Hospital, das 1788 von Karl III. gestiftet worden war und bis 1965 als Krankenhaus genutzt wurde. Das erst Ende der 1980er Jahre gegründete Museum gehört seit vielen Jahren zu den meistbesuchten Kunstmuseen Europas. 2005 konnte ein von Jean Nouvel gestalteter Erweiterungsbau eröffnet werden. Einen bedeutenden Anteil der Museumspräsentation nehmen die Werke der spanischen Avantgarde ein, etwa von Joan Miró, Juan Gris, Pablo Picasso und Salvador Dalí, sowie berühmter zeitgenössischer spanischer Künstler, wie Antoni Tàpies oder Eduardo Chillida. Das mit Abstand bekannteste Gemälde im Reina Sofia ist Picassos „Guernica“, ein Schlüsselwerk der Klassischen Moderne, mitsamt zugehöriger Skizzen, Studien und Entwürfe, die den Entstehungsprozess nachvollziehbar machen.Am Nachmittag unternehmen wir einen Spaziergang durch das „Madrid der Österreicher“: Zur Zeit der Habsburger entstanden in diesem Barrio zahllose Kirchen, Klöster und kleine Konvente. Aus dieser Epoche haben sich bedeutende Zeugnisse barocker Architektur erhalten, die sich rings um die historische Plaza Mayor, den unbestreitbar schönsten Platz Madrids, und die ehemalige Jesuitenkirche San Isidor verteilen. Abends sind wir wieder in einem schönen Restaurant zum gemeinsamen Abendessen zu Gast.

 

Samstag, 6. April

Ein Bus bringt uns zum Palacio Real, dem ehemaligen Königsschloss. Der mächtige klassizistische Baukörper aus dem späten 18. Jahrhundert wurde über dem abgebrannten maurischen Alcázar errichtet. In den kostbar ausgestatteten Repräsentationsräumen wurden in der Vergangenheit bedeutende Kunstwerke präsentiert, u.a. Arbeiten von Tiépolo, El Greco, Goya, Bosch und eine umfangreiche Gobelinsammlung. Diese einzigartige Kollektion ließen die spanischen Könige über ein halbes Jahrtausend zusammentragen. Seit wenigen Monaten haben sie ein neues Quartier in einem spektakulären Neubau der Architekten Mansilla + Tuñón Architects gleich neben der Almuneda-Kathedrale bezogen. Die Galeria de las Colecciones Reales gilt als bedeutendster Museumsneubau der vergangenen Jahrzehnte in Spanien und erntete begeisterte Kritiken seit seiner Eröfffnung im Juni 2023. Im Anschluss an unseren Besuch genießen wir das noble Ambiente an der Plaza de Oriente und gönnen uns ein wenig Erholung in einem der zahlreichen Cafés am Platz.
Oberhalb der Plaza de España haben sich die Herzöge von Alba Mitte des 18. Jahrhundert einen standesgemäßen Palast errichten lassen, den Palacio de Liria in der Calle Princesa. Die Kunstsammlung der berühmtesten Adelsfamilie Spaniens ist beeindruckend.
Herausragend sind etwa Tizians Porträt des berüchtigten Herzogs von Alba oder Goyas Porträt der Herzogin Cayetana in weißem Kleid. Die Casa de Alba besitzt u.a ein Hauptwerk von Fra Angelico und schöne Arbeiten von Ribera, Velázquez, Murillo und Zurbarán; außerdem Werke von Rubens, Rembrandt, Gainsborough und Reynolds. Die Repräsentationsräume des Palastes sind so prachtvoll ausgestattet, wie man es angesichts der Stellung der Herzöge von Alba erwarten darf. Die Bibliothek, die über 18.000 Bände umfasst, ist exquisit und besitzt sowohl bibliographische als auch dokumentarische Schätze, etwa die Bibel des Hauses Alba aus dem Jahr 1430, die einzige Sammlung handschriftlicher Briefe von Christoph Kolumbus in Privatbesitz, das letzte Testament von Ferdinand „dem Katholischen“ oder die Madrider Erstausgabe des „Don Quijote" aus dem Jahr 1605. Nach dem Besuch des Palastes wird uns unser Bus zurück zum Hotel bringen. Zum gemeinsamen Abendessen sind wir wieder in einem guten Restaurant zu Gast.

 

Sonntag, 7. April
 

Die Akademie der Schönen Künste San Fernando liegt in mittelbarer Nachbarschaft zum Prado und dem Museum Villahermosa. Ein Vergleich mit beiden Institutionen ist berechtigt, denn die Akademie gilt als die zweitwichtigste Pinakothek Madrids. 1744 erfolgte die Gründung der Kunstakademie durch Philipp V. , 1752 konnte sie den Betrieb aufgenehmen und 1773 ihr heutiges Domizil in der Calle de Alcalá beziehen. In dem riesigen barocken Palacio Goyeneche residiert sie bis heute und hier ist auch ihre fantastische Kunstsammlung untergebracht, in der Werke der bedeutendsten spanischen Künstler zu sehen sind, darunter Goya, Murillo und Zurbarán, aber auch zahlreiche flämische Meisterwerke.
Das im Palacio Parque Florido im vornehmen Barrio de Salamanca beheimatete Museum Lázaro Galdiano besitzt ebenfalls eine qualitätvolle Kunstsammlung, die neben Bronzen, Keramiken, Glas, Textilien, Werke von Goya, El Greco, Zurbarán und Hieronymus Bosch sein eigen nennt. José Lázaro Galdiano war ein namhafter Verleger, der u.a. die Literaturzeitschrift „La España Moderna“ (Das moderne Spanien) herausgegeben hat.
Zu den besonderen Vergnügungen der Madrilenen zählt der sonntägliche Besuch im Retiro Park, einer imposanten Gartenanlage, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht: Man genießt das Schauspiel des Sehens und Gesehenwerdens in dem stimmungsvollen Park. Hier lassen wir unseren Madridaufenthalt ausklingen, ehe am späten Nachmittag der Bustransfer zum Flughafen erfolgt. Unser Rückflug nach Luxemburg startet um 20.35 Uhr. Die Luxair-Maschine landet planmäßig um 22.55 Uhr am Flughafen Findel. Anschließend geht es mit einem Bus zurück nach Saarbrücken und Homburg.

 

Leistungen
Flugreise, 6 Reisetage,
Linienflug mit Luxair in der Economy Klasse ab/ bis Luxemburg, alle Steuern und Abgaben, 23 kg Freigepäck, 5 Übernachtungen im 4****-Boutique Hotel Congreso in Madrid in zentraler Innenstadtlage, 5 Abendessen, zum Teil mit Getränken in Madrider Restaurants, alle Rundfahrten, Führungen und Eintrittsgelder laut Programm, kunsthistorische Reiseleitung.

Hotel
Soho Boutique Hotel Congreso ****
7 Calle de Zorrilla | 28014 Madrid
Tel.: +34 - 917 - 370.111
www.sohohoteles.com

Abfahrt
Dienstag, 2. April 2024
13.30 Uhr, Homburg Parkplatz Am Mühlgraben
14.00 Uhr, Saarbrücken, Parkplatz Dudweilerstraße

Rückkehr
Sonntag, 8. April 2024
ca. 00.00 Uhr, Saarbrücken
ca. 00.30 Uhr am Montagmorgen in Homburg

Flugverbindungen
Hinflug: LG 3837 | 17.20 Uhr - 19.45 Uhr
Rückflug: LG 3838 | 20.35 Uhr - 22.55 Uhr

Preis
2.590,- € pro Person im Doppelzimmer
360,- € Einzelzimmeraufschlag

Die Kosten für die Reiserücktrittsversicherung betragen 127,- € pro Person.