CLAIRE MORGAN

 

Freitag, 09. Juli 2021

Exklusive Eröffnung der Ausstellung "Claire Morgan - Joy in the Pain" mit Direktorin Dr. Andrea Jahn: 

Saarlandmuseum - Moderne Galerie

Gemeinsam mit der Präsidentin der Fördergesellschaft, Prof. Inge Weber, eröffnete Dr. Andrea Jahn am Freitag, 9. Juli, die Ausstellung "Claire Morgan - Joy in the Pain" in Anwesenheit der Mitglieder der Fördergesellschaft. Aufgrund der Coronabedingten Begrenzung der Teilnehmerzahl standen zwei verschiedene Zeitfenster zur Verfügung.

Claire Morgan (*1980 in Belfast /Nordirland) lebt und arbeitet in Gateshead/Großbritannien. Sie absolvierte ihr Kunststudium an der University of Northumbria, UK. Seit 2003 entwickelt die Künstlerin ein aus Installationen, Skulpturen und Zeichnungen bestehendes Werk, das sie beständig weiterentwickelt. Ihre Arbeiten erschüttern die Welt – genauer gesagt, unsere Vorstellung von einer Welt, in der die Natur mit ihren Tieren und Pflanzen scheinbar ebenso ihren festen Platz hat wie menschengemachte Objekte. Denn die Trennung von Natur und Kultur funktioniert hier nicht mehr!

Morgan lässt die Natur in den Kunstkontext einbrechen, indem sie organisches Material, tote Körper und die massenhafte Ansammlung tierischer und pflanzlicher Elemente in eine Ordnung bringt, die als raumfüllende Kugeln, Würfel oder rechteckige Prismen in einer Art Minimalismus aufgehen. Diese vermeintliche geometrische Klarheit bricht die Künstlerin durch organische Elemente, die das Künstliche, Konstruierte mit Leben und Tod durchsetzen: „In den Hängeskulpturen gibt es sehr präzise Dinge – feste Körper, unveränderliche (mit Tieren und der Natur interagierende) geometrische Formen – die in der Natur nirgends wirklich existieren. Sie sind aus riesigen Mengen von kleinen vergänglichen Dingen zusammengesetzt – Pflanzensamen, Fliegen, Blättern, Plastik -, um die Illusion von etwas Festem oder Konkreten zu liefern. Doch letzten Endes sind sie weder fest noch konkret,“ so Morgan. Den präzise an feinen Schnüren aufgereihten Insekten, Samen und Polyethylenschnipseln ordnet sie oft ein präpariertes Tier zu, wie Füchse, Eulen, Hasen, Kaninchen, Rehe und Hirsche, Mäuse, Igel, Reiher, Möwen, Schwalben oder Schmetterlinge. Tiere also, die als Kulturfolger an der Schwelle der Zivilisation leben und uns in diesem Umfeld ebenso präsent wie fremd sind. So erschafft Morgan mit ihren Räumen und öko-poetischen Skulpturen einen Rückzugsort für die Natur als Still-Leben, das uns die gefährdete Schönheit und Fragilität ihrer Fauna empfindlich nahe bringt. Es sind eingefrorene Momente der Ruhe, in denen die Zeit stillzustehen scheint, Momente, die unseren Blick öffnen für die Energie und Lebendigkeit einer natürlichen Umwelt und animalischen Natur, deren Ausdruckskraft Claire Morgan in ihren Arbeiten einfängt. Dabei schwankt ihr Werk zwischen Hoffnung und Verzweiflung über die Tatsache, dass die natürliche Welt an der künstlichen zu Grunde geht.

Um Wartezeiten beim Einlass zur Claire-Morgan-Ausstellung zu vermeiden, nutzten die Mitglieder zusätzlich die Möglichkeit mit Kurator Dr. Roland Augustin die Ausstellung „Photography!“ – Meisterwerke aus dem Schauwerk Sindelfingen“ in einem geführten Rundgang zu erkunden. Auch die Sonderpräsentation zu Albert Weisgerber und die Fotoausstellung von Simone Demandt konnten besichtigt werden. Im Skulpturengarten wurde eine kleine Erfrischung angeboten.